WIENKL

Informationssystem zu Wiens Kunstwerken im öffentlichen Raum

Beschriftungsobjekten

Die Schilderfamilie zur Beschriftung von Wiens Denkmälern wurde von dottings gemeinsam mit Cora Akdogan, Informationsdesignerin und Lukas Bast, Industriedesigner entwickelt. Diese sollte formal und funktional den hohen Anforderungen zeitgemäßer Beschriftungssystemen gerecht werden und zudem zur Stärkung der eigenen Identität von WienKultur beitragen. Die Tafeln könnten sich zum Symbol für Kunstwerke im öffentlichen Raum etablieren.

Beschriftungsobjekten

Ausgangsbasis für die Detailgestaltung waren Untersuchungen zur Wahrnehmung in Ausstellungen. Aufgrund unterschiedlichster Exponatgrößen und -arten erhalten alle Blickrichtungen ihren Stellenwert – eine Tatsache, die das Beschilderungssystem funktional und formal aufgreift. Unterschiedliche Neigungswinkel der Tafeln, Größen und Anbringungshöhen von Informationen ermöglichen die optimale Lesbarkeit aus diversen Blickwinkeln.

BeschriftungsobjektenBeschriftungsobjekten

WIENKL Plaques                                                                               WIENKL Information boards

 

Die spannend erscheinende Form hat sich aus den Anforderungen an das Objekt entwickelt:
– Aufmerksamkeit erregen ohne mit dem Denkmal in Konkurrenz zu treten
– da das Objekt oft auf freien Plätzen zum Einsatz kommt, keine Rückansicht zu bieten
– ein Symbol für Wien Kulturs Kunstwerke im öffentlichen Raum etablieren
– technische Gegebenheiten wie Witterungsbeständigkeit, & Vandalensicherheit
– Barrierefreiheit & Lesbarkeit für jeden sind Grundlage

Zentrales Element sind im Grundriss dreischenkelige, mit Emailletafeln belegte Bodenkonsolen mit einem konstruktiven Kern aus Eternit. Auf offenen Plätzen, wie zum Beispiel beim Hrdlicka Denkmal am Albertinaplatz ziehen sie Blicke aus 360° auf sich und holen die Betrachter von verschiedenen Positionen ab – egal wohin man sich wendet, sie bieten keine Rückansicht, keine bevorzugte Seite.
Zweisprachig und mit einem Orientierungsplan versehen, weisen sie auf umliegende Denkmäler und Kunstwerke hin. Die sternförmigen Oberkanten kann mit einer Kurzbeschreibung in Brailleschrift versehen werden.

Für die Beschriftung an Gebäuden wurden zum Eselsohr gebogene Fassadentafeln entworfen.  Durch drei Tafelgrößen die sowohl im Hoch- als auch im Querformat montierbar sind, wird auf unterschiedlichste Situationen eingegangen.

Für weniger raumgreifende Kunstwerke und Denkmäler gibt es das schlichte Taferl für die Mindestinformation im Format 20x25cm das durch Materialwahl und die grafische Gestaltung die Tafelfamilie abrundet.

Gestaltet wurde bei Informations- und Produktdesign zeitlos, schlicht – werden die Konsolen doch über die kommenden Jahre – hoffentlich Jahrzehnte zum Einsatz kommen und sollen auch dann noch zeitgerecht aussehen.

Dem Designteam war besonders wichtig das Projekt ausschließlich mit österreichischen Herstellern und Materialien umzusetzen – sogar die im Layout verwendete Schrift stammt aus österreichischem Hause, von den Typejockeys.
Die Materialauswahl fiel auf zwei der traditionellsten und historisch verankerten Materialien, die man von Fassaden und Schildern kennt. Zwei Materialen die sich schon Jahrzehnte im öffentlichen Raum bewähren.
Eternit, die im oberösterreichischen Vöcklabruck hergestellten Faserzementplatten kennt man von Fassadenvertäfelungen und Dächern.
Aus Emaille, dem glasierten Stahl,  sind u.a. unsere dunkelblauen Straßenbezeichnungen & Hausnummernschilder – hergestellt vom Familienbetrieb RIESS in Ybbsitz, Niederösterreich.
Kühberger & Haas wurde mit der Produktionsleitung beauftragt. Die Planungs- und Umsetzungsfirma aus Steyr koordiniert alle Komponenten bis zum fertig montierten Produkt.
Das Hrdlickadenkmal am Albertinaplatz, Stage Set von Donald Judd im Stadtpark und das Denkmal der Republik vor dem Parlament waren die ersten installierten Beschriftungen – anlassorientiert werden immer weitere beschriftet.

„Wien hat kulturell und zeitgeschichtlich überaus viel zu bieten. Darauf wollen wir die Wienerinnen und Wiener mit dem neuen Beschriftungssystem hinweisen. Die Wienkl sind überall dort hilfreich, wo Zusatzinformationen eine Installation im öffentlichen Raum erläutern, erklären oder auch in einen zeitgemäßen Kontext bringen können“,

Andreas Mailath-Pokorny, Kulturstadtrat

TEAM:
dottings
Cora Akdogan, Informationsdesign
Lukas Bast, Industrial Design

PRODUZENTEN:
Eternit, Riess, Kühberger&Haas